Vom Leben mit Kindern – ungeschminkt und voller Ehrlichkeit – Teil 1

2016-05-24

Ich folge auf Instagram u.a. Mamas, die von ihren Erlebnissen innerhalb der Familie erzählen. Und erst kürzlich war ich so frustriert über einen solchen Feed, dass ich ihn schließlich abbestellt habe. Denn dort hat eine Mama mit drei halbstarken/kleinen Jungs soviel „heile Welt / alles in Butter / bei uns läuft’s immer prima“ gepostet, dass ich mir dachte, wie macht sie das nur? Aber natürlich macht sie nichts, sie lässt die „negativen“ Dinge einfach weg. Aber ganz ehrlich? So ist das Familienleben einfach nicht. Und genau deshalb gibt es heute diesen Beitrag zum Thema Elternsein – quasi ganz ehrlich, völlig ohne Verschönerung und absolut authentisch und irgendwann gibt es dann vielleicht auch Teil 2 (aber das Nachfolgende musste ich einfach mal loswerden ;-)) …

Kinder sind eine wunderbare Bereicherung des Lebens – ehrlich! Ich bin so dankbar zwei kleinen, ganz individuellen Menschlein beim Wachsen, Entwickeln und Entdecken der Welt zusehen zu dürfen. Ich hätte niemals geglaubt, dass man so eine bedingungslose und tiefe Liebe für zwei Menschen empfinden kann. Mit Kindern sieht man die Welt ganz anders – kindlicher, bunter, turbulenter – eben mit Kinderaugen. Kinder schenken unheimlich viele tolle Momente: der erste Fußtritt in der Schwangerschaft (jaha, da freut man sich noch *g*), das erste Mal das kleine, warme Menschlein im Arm (was für ein enormer Glücksmoment – Hormon sei Dank ;-)), das erste Lächeln, der erste Schritt, das erste Wort …
Und plötzlich erkennt man sich im Nachwuchs wieder, äußerlich und charakterlich – DAS ist wirklich jeden Tag aufs Neue ein kleines Wunder für mich. Wenn der Sohnemann mir am Esstisch gegenüber sitzt und ich mich selbst in seinem Gesicht erkennen kann – dieses glückliche Gefühl kann man nicht in Worte fassen.
Und dann fragt man sich auf einmal: ja, wie funktioniert das mit dem Flugzeug und dem Fliegen eigentlich genau? Und wie um Himmels Willen, erkläre ich das einem fünfjährigen?

Aber das Leben mit Kindern bedeutet noch so viel mehr:
– dass man nach fünf Jahren nahezu permanentem Schlafmangel (und ich spreche hier wirklich von äußerstem Mangel), immer noch aufrecht gehen und sogar ganze Sätze bilden kann (obwohl es sich manchmal nicht so anfühlt ;-))
– dass Kinder einen oft an die eigenen Grenzen bringen – und weit darüberhinaus – und das man trotzdem weitermachen muss
– dass Arbeit entspannender sein kann als Familienleben (denn Kollegen und Kunden schreien einen nur selten bis gar nicht an, versuchen einen normalerweise nicht zu hauen, und schmeißen schon gar keine Teller vom Esstisch, nur weil das was drauf war, einem gerade nicht in den Kram passt)
– dass es keine Gebrauchsanweisung gibt, wie man es nun richtig macht (Erziehung ist doof! Denn egal wie man es macht, man ist entweder der Buhmann oder muss mit so mancher negativer Konsequenz rechnen – vom Geschrei mal ganz abgesehen)
– dass das ganze Leben aus Phasen besteht – guten und schlechten, und das man manchmal das Gefühl hat, dass die Schlechten überwiegen
– dass man viel über sich selbst und auch immernoch dazulernt
– dass man ständig auf der Suche nach dem besten Fleckenlöser ist und erstaunt feststellt, dass vier Menschen enorm viel Wäsche produzieren
– dass man bei manchem Spiel besser einfach weggucken und sich stattdessen einen Kaffee genehmigen sollte (und hofft, dass die Einrichtung heil bleibt)
– dass Krokodilstränen einem manchmal selbst richtig wehtun, und man dennoch unbedingt standhaft bleiben muss (bloß nicht nachgeben, bloß nicht nachgeben, bloß nicht …)
– dass herumliegende Spielsachen beim Drauftreten enorme Schmerzen verursachen können

 

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